Tourismusausschuss vom 14.04.2026
Richtig spannend wurde es beim Thema Strandversorgung! Aber von vorn…
Gestern Abend tagte der Tourismusausschuss. Nach der souveränen Eröffnung durch Frau Dr. Elke Rohde-Baran (Bündnis 90/Die Grünen) und einem kurzen Technikproblem (weswegen die Einwohnerfragestunde vorgezogen wurde) ging es direkt an die Themen, die unser Ortsbild betreffen.
Kurz vorab: Der Kurpark wurde nach dem Weihnachtsmarkt wiederhergestellt, die neue Marketingstrategie inklusive der digitalen Offensive „Binzer Bucht“ läuft an, und der Baubeginn für die Strandpromenade (Abschnitt 6–12) ist für Oktober 2026 geplant.
Bei den Fragen der Ausschussmitglieder wurden zunächst Themen wie E‑Bus, Public Viewing zur WM und die Gastronomie am Kleinbahnhof erläutert. Deutlich intensiver wurde es jedoch beim Thema Strandversorgung.
Brennpunkt Strandversorgung:
Verträge sind eigentlich keine Empfehlungen!
Intensiv wurde über unsere Strandversorgung diskutiert. Mehrere Gemeindevertreter bemängelten, dass die starren Container oft nicht ins ausgeschriebene Gestaltungsbild passen und klare Richtlinien aus den Ausschreibungen, etwa bei der nutzbaren Fläche, ignoriert werden.
Herr Gardeja stimmte dem grundsätzlich zu. Er erklärte, dass die modularen Container an sich nicht das Problem seien, sondern deren Gestaltung, die aktuell oft nicht den Vorgaben entspricht. Im vergangenen Jahr habe es aufgrund der kurzfristigen Situation eine einjährige Übergangsfrist gegeben. Nun müsse man die Themen gemeinsam angehen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Gespräche schwierig werden könnten und man dabei alle Betreiber gleich behandeln müsse.
Auf die Frage, wie dies konkret umgesetzt werden soll, erklärte Herr Gardeja, dass dies in einem Fachausschuss weiter beraten werden könne. Wichtig sei dabei, dass die dort getroffenen Entscheidungen anschließend auch umgesetzt werden. Aktuell werde auf Hinweise der Kurverwaltung teilweise nicht reagiert und dann seien dieser die Hände gebunden.
Bürgermeister Kurowski gab jedoch zu bedenken: Die Verträge der Betreiber (5 Jahre Laufzeit) haben nur noch 3 Jahre vor sich. Er befürchtet Streit und glaubt nicht, dass die Unternehmer jetzt für die kurze Zeit noch Geld in die Gestaltung investieren wollen, wenn man ihnen das nun „aufdrückt“.
Anmerkung: Tatsächlich beginnt die neue Saison jedoch gerade erst, rechnerisch verbleiben also noch rund vier Jahre Vertragslaufzeit. Die Frage stellt sich daher durchaus, ob fehlende Investitionsbereitschaft ein ausreichender Grund ist, vereinbarte Standards nicht umzusetzen.
Darauf gab es deutlichen Gegenwind aus dem Ausschuss:
Frau Drahota (aus der MITTE) entgegnete, dass zumindest grundlegende gesetzliche Vorgaben, wie die Terrassengröße, zwingend eingehalten werden müssen. Weiterhin gab es in der Vergangenheit viel Ärger bezüglich der Strandkörbe, weshalb festgelegt wurde, dass jeder Betreiber die vereinbarte Anzahl an Strandkörbe (Beispielsweise 90 Stück) anbieten muss, und diese müssen dann auch tatsächlich vorhanden sein.
Zudem führte Frau Drahota weiter aus, dass in anderen Bereichen, etwa beim Küstenschutz, ebenfalls konsequent gehandelt wird. Wenn dort gesetzliche Maßnahmen umgesetzt werden (z. B. Reduzierung der Bäume in der Düne), müsse auch bei bestehenden Vorgaben mit der gleichen Sorgfalt kontrolliert werden. Sollte dies nicht funktionieren, seien klare Auflagen notwendig und bei wiederholter Missachtung auch Konsequenzen.
Auch Frau Mehlberg (BfB) brachte den Vorschlag ein, bei mehrfacher Nichtbeachtung von Vorgaben über Sanktionen nachzudenken.
Unsere Position als „aus der MITTE“:
Wir wollen unsere Gewerbetreibenden auf keinen Fall vergraulen! Sie leisten einen enormen Beitrag für unseren Ort.
Aber: Wer sich auf eine Ausschreibung bewirbt und Verträge unterzeichnet, muss sich auch an die zentralen Vorgaben halten. Gerade bei gesetzlichen Vorgaben, wie beispielsweise der Terrassengröße, muss konsequent kontrolliert werden. Wer Hinweise der Verwaltung dauerhaft ignoriert, muss notfalls sanktioniert werden. Es geht hier um Fairness gegenüber allen und um das Gesicht unseres Ortes.
