Die Gemeinde Binz hat sich am 19.05.2026 zum LNG-Terminal in Mukran geäußert. Anlass war eine öffentliche Anfrage der Wählergemeinschaft „Lebenswerte Zukunft Binz“ zum Stand des Verfahrens.

Die Gemeinde sagt:
Der Klageweg wird fortgesetzt. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht läuft weiter. Die wesentlichen Gutachten und Unterlagen seien bereits erstellt, die Kosten größtenteils entstanden. Insgesamt geht es um 661.901,10 Euro.

Die Begründung:
Wenn das Geld bereits ausgegeben wurde, soll nun auch eine gerichtliche Klärung abgewartet werden.

Gleichzeitig werfen aktuelle Aussagen in der Ostsee-Zeitung auf Instagram vom 02.06.2026 Fragen auf.

Auf Bild 9 heißt es:
„Das Terminal brummt: Dem Tourismus hat das Terminal nicht geschadet. Der neue Bürgermeister ist trotzdem nicht begeistert von der LNG-Anlage. Denn es halle ein deutliches Brummen vom Mukraner Hafen über die Binzer Bucht. Kurowski fordert eine unabhängige Lärmmessung.“

Auf Bild 10 heißt es dann:
„35 Jahre lang sind wir auf Rügen den Weg in Richtung ‚Natur & Erholung‘ gegangen. Nun stehen wir vor der Frage, ob wir mehr und mehr zum Industriestandort werden sollen und wollen.“

Und in der Bildbeschreibung zu Bild 10 wird zugleich deutlich gemacht, dass Mario Kurowski einsehe, dass das Terminal wichtig für die Energieversorgung sei.

Damit stehen mehrere Aussagen nebeneinander:

  • Der Klageweg läuft weiter.
  • Dem Tourismus habe das Terminal nicht geschadet.
  • Das Terminal sei wichtig für die Energieversorgung.
  • Gleichzeitig brummt es hörbar über die Binzer Bucht.

Da stellt sich die einfache Frage: Was gilt denn nun?

Wird weiter konsequent gegen das LNG-Terminal vorgegangen?
Oder wird es am Ende politisch hingenommen?

Diese Frage ist besonders wichtig, weil Binz gleichzeitig einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat: mehr Gesundheitstourismus, mehr Wellness, mehr Erholung und eine längere Saison. Im Zuge des Tourismusgesetzes geht es um eine Höherprädikatisierung. Auch die Entwicklung zum staatlich anerkannten Heilbad steht im Raum.

Dazu passt: Bereits mit dem Masterplan von 2023 wurden wichtige Grundlagen für diese touristisch-medizinische Entwicklung gelegt. Teilbereiche des MZO-Geländes wurden in diesem Zusammenhang für eine touristisch-medizinische Nutzung vorgesehen.

Wer diesen Weg ernst meint, muss beim Thema Lärm besonders genau hinschauen. Denn Lärm ist für einen Gesundheits- und Erholungsort kein Nebenthema, sondern ein echtes Qualitätskriterium.

Deshalb braucht es jetzt mehr als allgemeine Aussagen. Es braucht unabhängige Lärmmessungen und eine klare Erklärung, welches Ziel Binz verfolgt.

Geht es weiterhin darum, das LNG-Terminal rechtlich anzugreifen?
Geht es nur noch um strengere Auflagen und besseren Lärmschutz?
Oder wird das Terminal als notwendige Energieinfrastruktur akzeptiert?

Die Bürgerinnen und Bürger sollten wissen, wofür Binz steht.

Denn wer Gesundheit, Natur und Erholung als Zukunftsweg ausruft, kann Industriebrummen nicht einfach nebenbei hinnehmen.

Der Link zum Beitrag der Ostsee-Zeitung auf Instagram:
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